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Ein Ende ist auch ein Anfang

Eine neue Seite eines neuen Buches aufzuschlagen ist immer etwas ganz Besonderes. Es kribbelt etwas vor Vorfreude, was da kommen mag und gleichzeitig ist da etwas Unbehagen, weil ich nicht weiß was auf mich zu kommt. Das Jahr 2022 ist da und es ist wie ein neues Buch. Keine Ahnung, was kommen wird. Gehen wir doch einfach offen ins neue Jahr, um all die Herausforderungen, schönen Momente und Situationen entgegen zu treten.

Einige Ereignisse stehen schon fest: Das große Kind wird voraussichtlich das Abitur bestehen, auf jeden Fall 18 Jahre alt werden und uns irgendwann das erste Mal mit dem Auto von A nach B fahren. Drei Ereignisse, die nicht nur für das Kind aufregend sind, sondern auch für uns Eltern. Wir werden zum ersten Mal eines unserer Kinder noch weiter loslassen und uns ein weiteres Stück zurückziehen. Ich wünsche mir, dass es uns gelingen wird. Beim Kind mache ich mir da weniger Sorgen, sie ist ein wunderbarer Mensch. Das mittlere Kind wird voraussichtlich die Schule wechseln und sich für seine Interessen einsetzen.

Ein Ende ist immer auch ein Anfang. So hoffe ich darauf und arbeite daran, dass ich endlich mein Studium abschließen kann. Die Bachelorarbeit steht ja bereits seit einem Jahr auf dem Plan und zumindest das Exposé nimmt langsam Formen an. Ob jetzt zum Ende des Wintersemesters oder doch erst im Sommersemester, wir werden es sehen. Was dann kommt? Keine Ahnung, aber es wird sich dann zeigen. Ich vertraue darauf.
Mit Vergangenem abschließen und etwas Neues entstehen lassen, dass wird mein Jahresmotto im Allgemeinen. Es gibt da noch die ein oder andere Gewohnheit, die ich gerne hinter mir lassen und eine neue Routine, eine neue Verhaltensweise etablieren möchte. Es bleibt unkonkret, denn es sind oftmals sehr persönliche Dinge und doch soll es hier stehen.

Weitere Vorsätze gibt es nicht. Muss es ja auch nicht. Ein Schritt nach dem anderen und vieles ist bereits seit einiger Zeit auf meinem Zettel. Als Familie haben wir uns traditionell am 01.01. zusammengesetzt und für uns als Familie und jeder für sich selbst Vorhaben aufgeschrieben. Einen gemeinsamen Urlaub wünschen wir uns alle, sowie einzelne Unternehmungen. Drei von uns wollen lieber einen Fahrradurlaub machen und zwei Städtetrips. Passt perfekt, vielleicht treffen wir uns dann einfach und verbringen noch einen oder zwei Tage gemeinsam. Einige Anschaffungen wie Kühlschrank, Backofen und Renovierungsarbeiten (Badezimmer, Carport) stehen dort ebenfalls. Es hilft uns uns besser zu strukturieren.

Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2021 durfte nicht fehlen. Das Homeschooling hatten die Kinder bereits erfolgreich verdrängt. Die besonders schönen Momente wie der Tag am Meer bzw. der Emsmündung sind uns alle noch präsent. Beim Durchscrollen durch die Fotos aus dem letzten Jahr haben wir oft herzlichst gelacht. Der Alltag zu früheren Jahren verändert sich doch immer mehr mit jetzt fast drei Teenagern und die Fotomotive somit auch. Die vielen Einschränkungen des letzten Jahres tun ihr übriges dazu. Für ein Fotobuch voller Erinnerungen wird es dennoch reichen. Hier liebe ich die Technik. Hatten wir früher als Familie in meiner Kindheit eine Fotokamera und die Entwicklung der Filme war kein Schnäppchen, so macht jedes Familienmitglied mit seinem Smartphone heute Fotos. Besonders interessant für uns Eltern sind die Blickwinkel und Eindrücke der Kinder. Ein Einblick, den wir immer weniger haben – ist ja auch gut so. Sie sollen lernen auf ihren eigenen Füßen zu gehen. Gleichzeitig ist es natürlich dennoch interessant :).

Eines habe ich dann doch noch: Ich möchte wieder mehr meinen Hobbies (lesen, nähen, backen und die Natur entdecken) nachgehen. Ob alleine, für mich oder für und mit allen oder einzelnen Familienmitgliedern, Hauptsache wieder mehr leben. Irgendwann in den letzten zwei Jahren ging da etwas verloren. Es schlich es sich langsam ein. Dieses ganze Homedingsdabumsda ließ kaum Raum und dann kam keine neue Routine und Ruhe wieder in unseren Alltag. Das ist ein klares Muss für 2022. Die Gründe sind unterschiedlich, aber die ersten gesundheitlichen Einschränkungen zeigen sich und einem erneuten fast Burnout möchte ich definitiv entschlossen entgegen treten.

Etwas skeptisch mit Badeanzug in den Pool im eigenen Garten gegangen.

Die Fotos sind Schnappschüsse aus dem Jahr 2021 und zeigen einige besondere Momente. Früher gab es nie von mir Fotos, weil ich zum einen fast immer selbst hinter der Kamera stehe und zum anderen einfach keine Fotos von mir selbst mag. Die Selfies sind ein langjähriges Projekt für mehr Selbstliebe, Selbstachtung und Selbstvertrauen. Es zeigt erste Wirkung, auch wenn einige Menschen sich vielleicht wünschen werden, dass ich damit aufhören. Egal, mein Leben.
Foto eins zeigt mich überglücklich, denn im Februar 2021 hat es viel Schnee gegeben, der auch auch noch einige Zeit liegen blieb. Eva im Glück. Foto zwei zeigt mich auf einem Aussichtsturm. An sich keine große Aktion und doch ein bedeutendes Ereignis, denn seit langer Zeit einfach mal angehalten und alleine eine für mich ungewohnte Umgebung erkundet. Foto drei glücklich mit Kaffee auf der Terrasse, etwas skeptisch im Sommer, ob der Friede der Pandemie bleibt (Funfact: ist er nicht). Foto vier zeigt mich am Bahnsteig im Erzgebirge nach einem tollen verlängerten Wochenende mit wunderbaren Freundinnen, tiefgehenden Gesprächen und Zeit für mich. Nicht so erholsam wie erhofft und dennoch unendlich wertvoll, weil ich trotz aller Bedenken alleine gefahren bin. Nur die Berge werden wohl nicht mehr meine Freunde. Foto fünf zeigt mich im Pool im eigenen Garten, etwas was ich viele Jahre niemals gemacht hätte und somit definitiv ein Fortschritt in Sachen Selbstliebe. Ich bin sicher nicht perfekt und werde es nie sein, aber sich selbst mögen ist etwas sehr wichtiges. Sehe dich selbst und mache etwas daraus!