Tag 3 und Tag 4 Ein Auf und ein Ab

Tag 3 und Tag 4 Ein Auf und ein Ab

Am Mittwoch lief es soweit ganz gut. Die Kinder haben an ihren Aufgaben gearbeitet. Die Videokonferenzen klappten. Um 10 Uhr hatte ich direkt eine Frühstückspause für mich eingeplant. Gemeinsam mit der Jüngsten dann gefrühstückt und sie dann noch ein halbes Stündchen bei ihren Aufgaben begleitet, bevor ich selbst mich wieder an den Laptop setzte. Die Jüngste hat dann noch für ein weiteres halbes Stündchen gearbeitet und dann für das Mittagessen gesorgt. Absolut freiwillig mit ihrem Becherkochbuch. Es gab Nudelauflauf Napoli. Um 13 Uhr dann Mittagspause, noch fix einen Salat geschnippelt und dann leckeren Nudelauflauf vom stolzen Kind gegessen.

Und dann haben sie mich alle drei überrascht. Ich hatte nämlich eigentlich überhaupt keine Lust auf einen Spaziergang, doch direkt nach dem Essen sind sie aufgestanden und haben sich ihre Schuhe und Jacken angezogen. Da konnte ich dann ja schlecht nein sagen. Es regnete allerdings fies und so sind wir nur eine klitzekleine Runde um den Block gelaufen. Aber wir waren draußen und ich bin echt stolz auf die drei!

Danach ging es für alle wieder an den Schreibtisch. Leider zog sich das Arbeiten dann doch noch eine Weile, da immer mal wieder einer von den dreien Fragen hatte und ich immer wieder unterbrochen wurde. Um 16:30 Uhr dann aber endlich Feierabend. Fühlt sich schon fast wie ein Vollzeitjob an, dabei sind es doch eigentlich nur 5 Arbeitsstunden im Job. Doch es macht mir immer noch Spaß und geht gut von der Hand.

Eigentlich wollte ich fix die Küche aufräumen, doch da bog der Mann in die Einfahrt ein. Kurzer Schnack und irgendwie hatte ich die Schuhe wieder an. Geplant war ein kurzes Ründchen durch die Gegend, geworden sind es dann 4,5 km. Einfach mal miteinander reden, Abstand von Arbeit und Haushalt bekommen. Als wir dann die Tochter von den Großeltern einsammeln wollten (übrigens der einzige Kontakt), da war sie doch schon glatt zuhause.

Abends wollte ich dann in den Badewanne, als die Jüngste fragte, ob ich ihr einen Zopf flechten könnte. Klar, ist kein Ding, geht ja schnell. Falsch gedacht. 1,5 Stunden später hatten wir ihre Haare zweimal gewaschen und zu zweit ganz vorsichtig alle Knoten und die schon am verfilzenden Haare auseinander gekämmt. Danach war ich dann reif fürs Bett.

Tag 4

Schon Donnerstag. Heute also noch einmal arbeiten und dann ist Wochenende. Denn ich habe momentan nur eine 4 Tage Woche. Den Wecker mal um eine Stunde früher stellen. Warten darauf, dass der Mann das Bad verlässt und selbst rein. Um 6:17 Uhr fuhr der Laptop hoch. Der Plan war die 5 Stunden möglichst bis Mittag zu schaffen oder wenigstens 4. Aber wie das so wunderbar mit Plänen ist, sie funktionieren halt nicht, wenn da noch mehrere Faktoren wie zum Beispiel Kinder eine Rolle spielen. Die Mädels habe ich um 7:15 Uhr geweckt. Unser Frühaufsteher war bereits wach. Frühstück für alle machen oder was sich bei uns so Frühstück nennt: Einer isst ein Glas Joghurt. Eine bekommt eine Tasse Tee und einen Thermobecher Tee. Die nächste lieber einen Kakao. Als ich gerade wieder am Laptop saß, die erste Unterbrechung: „Ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren. Ich bin so müde.“ – Ok, dann heute ein etwas ausgiebigeres Frühstück für dich. Du wirst erstmal wach, ich mache dir Frühstück. Kakao, Toastbrot und Orange ok?

Wieder oben angekommen, kommt die Große bemitleidenswert herunter. Sie sieht nicht gut aus, klagt über Kopfschmerzen und Übelkeit. Wie gut, dass der Tee schon fertig ist. Ihr verordne ich erst einmal Ruhe, Schmerzmittel und ein Wärmekissen inklusive kurzer auflockernder Massage des Nackens. Die Arbeit ruft. Es ist ja auch schon fast neun Uhr. Eine kurze Ermahnung an die anderen beiden, dass sie bitte ihre Aufgaben machen sollen. Ich also wieder an den Laptop. Um kurz nach elf beschließe ich dann Mittagspause zu machen. Das Mittagessen muss heute so oder so eher auf den Tisch, weil der Sohn um 13:20 Uhr bereits wieder eine Videokonferenz hat. Zudem ist die Luft irgendwie raus durch ständige Unterbrechungen und die Große hat Redebedarf, weil sie ihr Facharbeitsthema nicht schreiben darf, sondern sich ein anderes suchen muss. Wogen glätten, darin bin ich mittlerweile total gut.

Küche aufräumen. Pause erlauben für die Kids. Mittagessen kochen und essen. Der Sohn ist pünktlich zur Videokonferenz fertig. Die Mädels und ich laufen heute zu dritt und dieses Mal auch eine deutlich größere Runde als die letzten Tage; fast 3 km sind es am Ende. Das tat wirklich gut. Der Sohn darf dann erstmal eine Pause machen. Die beiden Mädels sollen sich nochmal an die angefangenen Aufgaben setzen. Und ich – na klar, noch eine Stunde arbeiten.

16 Uhr Das war ein Satz mit X, denn die Jüngste findet Youtube einfach viel interessanter als ihre Deutschaufgaben. Dann jetzt aber gemeinsam, denn die Aufgaben müssen heute Abend noch abgegeben werden. Erst muss die Laune so richtig in den Keller, Mama angefaucht werden und am liebsten alles kurz einmal hinschmeißen, bis es dann doch geht. 30 Minuten konzentriertes Arbeiten muss dann jetzt auch reichen. 17:25 Uhr Endlich Feierabend. Der Mann hat derweil den Sohn unterstützt. Wie eine Religionskritik geschrieben wird, weiß ich dank der Großen nun auch. Fortbildungen sind immer gut. Humor nicht verlieren.

Der Abend wieder ruhig. Keine Lust mich zu bewegen. Die Badewanne hat mich wieder nicht gesehen und im TV, naja ok dann halt „Der Bergdoktor“ – ich schaue gerne mit dir mein Schatz.

Doch dann kam der Knaller. Als wir nach der Nachrichten nach oben sind, um ins Bett zu gehen, sitzt der Sohn noch am iPad: „Ich bin noch auf iServ und bearbeite noch einige Aufgaben.“ und auch die Jüngste „ich mache noch Bio, damit ich morgen nicht so viel habe.“ Hallo? Sind das meine Kinder? Warum sind die jetzt gerade so pflichtbewusst? Ich bin dann auf morgen gespannt. Der Mann wird im Homeoffice sein und ich habe meinen ersten arbeitsfreien Freitag. Vielleicht dann doch endlich ein Bad mit gutem Buch. Wer weiß.



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