Tag 1 Schule 2021

Schultag 1 nach dem Jahreswechsel und wir starten in NRW mit Distanzunterricht, wobei das so auch schon wieder nicht stimmt. Warum? Die Große muss bereits um 7:58 Uhr in der Schule sein zur mündlichen Prüfung in Englisch. Sonderregelungen für die Q1 und die Q2 machen es möglich.

Für mich beginnt der Tag um 6:00 Uhr mit Aufstehen, Badezimmer und Tee kochen. Der Mann räumt derweil die Spülmaschine aus, packt seine Sachen und fährt zur Arbeit. Mein Arbeitstag beginnt um 06:27 Uhr. Ich sitze am Laptop im Schlafzimmer und hoffe darauf, dass das Programm fürs Mobile Arbeiten aka Homeoffice (noch) nicht überlastet ist. Es klappt. Nach der Woche Urlaub erst einmal Mails checken und auf den neuesten Stand bringen.

Um 7:18 Uhr lege ich eine Arbeitspause ein, denn um 7:30 Uhr ist fortan jetzt täglich erstes gemeinsames Treffen in der Küche. Die Große verabschieden wir und wünschen ihr viel Glück. Die Kleine bekommt ihren Kakao und die Bitte sich anzuziehen. Der Sohn möchte noch seine Doku zu Ende sehen. Sie geht noch 6 Minuten. Ok. Dann aber alle ab nach oben an ihren Schreibtisch. Und auch ich kann mich wieder ans Arbeiten setzen. Ich hätte da noch eine Frage an die Kollegin, doch irgendwie kann ich nichts verstehen. Technik – aber nein, es liegt mir, denn man sollte den Laptop nicht auf tonlos stellen, wenn man etwas hören möchte. Anfängerfehler.

8:35 Uhr den Sohn an die anstehende Videokonferenz mit dem Klassenlehrer erinnern. Doch das Starten der Videokonferenz ist in Dauerladekreisel. Der Sohn flucht über das Wlan und geht nach unten, doch dort ist es nicht besser. Ich unterbreche dann mal die Arbeit und versuche mich am Problemlösen. Es scheint am Server zu liegen und keinesfalls an unserem Wlan. Aufatmen auf meiner Seite, denn das Problem ließe sich schwieriger lösen. Die Jüngste kommt herein und zeigt uns eine Email ihrer Klassenlehrerin, dass iServ total überlastet ist und die Videokonferenzen heute ausfallen.

Um 9:05 Uhr geht es dann für uns alle weiter, jeder an seinem Arbeitsplatz. Die Große kommt zwischendurch noch wieder. Wir installieren noch eine GoodNotes auf den iPads, damit die beiden Kleinen direkt auf dem iPad schreiben können und die Dateien dann in iServ für ihre Lehrer:innen hochladen können. Irgendwann gesellt sich die Jüngste zu mir ins Schlafzimmer und arbeitet dort weiter.

Etwas verspätet mache ich um 12:55 Uhr den Laptop aus. Arbeitspensum für heute erledigt. Jetzt fix das Mittagessen vorbereiten: Schupfnudeln mit Sauerkraut. Das geht schnell und um 13:20 Uhr sitzen wir zu viert am Tisch und essen. Danach wird von Hagel, Gewitter, Schnee, Sturm, Eiseskälte gesprochen, doch ihr lieben Kinder es tut mir leid, eure Mutter kann tatsächlich noch gut sehen und sieht nichts davon. Auf dem Plan steht 13 Uhr Mittagessen mit anschließendem Spaziergang. Schuhe, Jacke, Schal und Mütze und ab geht es eine kleine Runde durch die Nachbarschaft. Kurzer Stopp bei der Oma „Hallo“ sagen – natürlich gemäß der neuesten Regeln mit Abstand. Eine steht an der Haustür und wir anderen stehen auf der anderen Straßenseite und winken herüber, geht auch nur, weil es keine stark befahrene Hauptstraße ist.

14:00 Uhr Wir sind zuhause angekommen und drei von vieren machen jetzt Mittagspause. Die Große ist schon wieder fleißig. Der erste Abgabetermin ist heute um 16 Uhr und den will sie definitiv einhalten. Die Jüngste vermisst zwei Arbeitsblätter in Musik, also doch noch eine Mail an die Lehrkraft schreiben.

Haushalt, chillen, Wäsche – was man halt so macht. Jede:r geht hier ein eigenen Weg. Dieses ständige Aufeinanderhocken erfordert Pause für uns alle.

17:00 Uhr Gleich kommt der Mann nach Hause. Eventuell trinken wir noch einen Kaffee zusammen, dann gibt es irgendwann Abendessen für alle und vielleicht noch eine heiße Badewanne für mich mit einem Buch oder einem Podcast, vielleicht wird es aber auch einfach nur abhängen auf der Couch oder noch ein gemeinsamer Spaziergang. Den Laptop fahre ich nun herunter, während oben die Große noch für Sport eine Choreographie einstudiert. Montag halt, denn da hat sich sonst auch von 7:50 Uhr bis 17:15 Uhr Schule. Noch ist sie motiviert, ich lasse sie.

Bis morgen.

Die Idee zum Aufschreiben des Tagesablaufes während der Schulschließung kommt von Caro. Ob ich das nun wirklich täglich mache, werde ich euch nicht versprechen. Doch ich mache mir oft so viele Gedanken und die müssen raus und deshalb möchte ich wieder öfter bloggen und euch daran teilhaben. Deshalb wird es hier hoffentlich wieder einen bunten Mix in den nächsten Monaten geben.