Der Garten im Juni oder vom Wachsen, Gedeihen, Gießen und Ernten

Vor fast einem Monat habe ich von unserem etwas holprigen Start ins Gartenjahr 2020 erzählt. Ein Monat ist für einen Garten im Frühling eine riesige Zeitspanne, in der unheimlich viel passiert. Gerade jetzt im Mai und Juni kann man den Pflanzen, egal ob Blume, Obst- oder Gemüsepflanze beim Wachsen und Gedeihen förmlich zuschauen. Es lohnt sich jeden Tag eine Runde durch den Garten zu drehen und die neuen Entwicklungen zu begutachten. An vielen Tagen gehe ich sogar morgens und abends auf Entdeckungsreise. Es ist einfach herrlich entspannend und morgens mit dem Gezwitscher der Vögel und umweht vom morgendlichen Duft werde ich viel schneller wach und kann entspannt in den Tag starten.

Erste Erfolge

Der April war schon viel zu trocken und im Mai hat es auch so gut wie gar nicht geregnet. Doch nach dem Fail mit dem Spinat und den Erbsen, haben wir es dann doch geschafft regelmäßig zu gießen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai durften die Pflanzenkinder nach draußen ziehen. Zum Teil sind sie direkt ins Beet oder Hochbeet gewandert und zum Teil in diverse Blumentöpfe, denn natürlich habe ich nicht ausreichend Platz in unserem knapp 100 qm (Mini-) Garten. Die ersten zwei Radieschen konnten schon geerntet werden. Das freut mich besonders, denn in den letzten Jahren hatte ich überhaupt kein Glück mit Radieschen. Sie sind zu wunderschönen Pflanzen herangewachsen, haben aber keine Knolle gebildet, sondern lieber Samen. Dies Jahr klappt es hoffentlich besser und nach dem ersten Ernteerfolg habe ich direkt noch eine weitere Reihe Radieschen zwischen den violetten Möhren im Hochbeet ausgesät.

Nach den Radieschen geht es direkt weiter mit dem Kopfsalat, der prächtig im Hochbeet gedeiht. Ich habe in diesem Jahr die Sorte „Maikönig“ gewählt. Er hat mich geschmacklich und auch vom Wachstumsverhalten total überzeugt und ist direkt notiert fürs kommende Jahr. Denn im Grunde bin ich kein Kopfsalatfan und wenn ich es mir aussuchen konnte, dann wähle ich bei gekauften Salat immer andere Sorten. Doch Kopfsalat aus dem eigenen Garten, ganz frisch geerntet ist etwas vollkommen anderes. Richtig knackig und frisch kommt er daher, der Geschmack ist intensiver und selbst die stets skeptische Tochter konnte sich zum Salatblatt beim letzten Burgeressen durchringen. Ihr Urteil: wiederholenswert.

Zickige Erdbeeren

Die Erdbeeren sind etwas zickig in diesem Jahr. Warum? Ich weiß es ehrlich nicht. Im letzten Jahr habe ich im August/September einen neuen Beetabschnitt mit Erdbeerpflanzenablegern neu bepflanzt, um einer Monokultur und einer Überbeanspruchung des Bodens durch jahrelang der gleichen Pflanzung nicht geschieht. Außerdem haben wir sie dann nach einigen Wochen noch gedüngt. Dann durften sie wachsen, was sie auch getan haben. Eigentlich wollte ich im zeitigen Frühjahr die alten Erdbeerpflanzen im alten Beetabschnitt ausbuddeln und entsorgen, da sie die letzten Jahre immer gut getragen haben und doch langsam „müde“ wurden. Ich kam nicht dazu.
Irgendwann habe ich mit dem Sohn einen Frühbeetkasten gebaut und mit einem Gartenvlies oben abgedeckt und über die alten Erdbeerpflanzen und neugesetztem Salat gestellt.

Drei Mal dürft ihr raten wo genau jetzt unsere Erdbeerpflanzen tragen. Richtig! Es haben fast ausschließlich die alten Pflanzen geblüht und tragen nun langsam Früchte. Von den neugesetzten Pflanzen tragen nur zwei, der Rest hat zwar wunderschönes Grün gebildet, aber eben keine Blüten. Puh, was bin ich froh, dass keine Zeit für das Ausbuddeln der alten Pflanzen war, sonst könnten wir in diesem Jahr wohl keine eigenen Erdbeeren naschen. Merke also fürs nächste Mal: Lieber noch ein Jahr warten bei neugesetzten Erdbeerpflanzen. Habt ihr vielleicht eine Idee warum es nicht geklappt hat?

Kunterbuntes Hochbeet

Mal einen Vergleich zwischen dem Hochbeet im Mai und im Juni. Krass wie sich alles bereits jetzt entwickelt hat. In unserem Hochbeet findet ihr eine Hokkaidopflanze, Kapuzinerkresse, eine Zucchinipflanze, Thaibasilikum, Basilikum, eine Zucchinipflanze, Kopfsalat „Maikönig“, zwei Reihen violette Möhren, eine Reihe Radieschen, ein Feld Kohlrabi und eine rote Zwiebel, die uns ausgetrieben ist und wir als Experiment nun ausgepflanzt haben.

Jetzt hätte ich doch fast die Tagetes und die beiden Cocktailtomatenpflanzen vergessen. Da ich diesen Artikel allerdings am Terrassentisch schreibe, bin ich doch nochmal schnell aufgestanden und habe mich vergewissert was ich dort denn eigentlich so gepflanzt habe. Die Cocktailtomate habe ich selbstvorgezogen. Zum allerersten Mal überhaupt, dass ich eine Tomatenpflanze vorziehe, denn ich bekomme seit Jahren schon vom Patenonkel meiner Schwester vorgezogene Tomatenpflanzen. Er macht das als Hobby und hat einfach die besten Pflanzen. Auch diese Jahr haben wir wieder Tomatenpflanzen vom ihm und zum ersten Mal gab es auch Paprikapflanzen dazu. Ich bin schon gespannt wie sich dies alles entwickeln wird, doch am besten erzähle ich euch mehr davon, wenn die ersten Tomaten reif sind. Vielleicht bin ich aber auch einfach gerade zu faul hereinzugehen und nachzusehen für welche Sorten wir uns in diesem Jahr entschieden haben. Sorry.

Und sonst?

Der Kirschbaum trägt einige Früchte, die jetzt Anfang Juni bereits langsam rot werden. Der Apfelbaum trägt einen Apfel, doch den haben wir auch im letzten Jahr erst neugepflanzt. Der Birnenbaum trägt eine Birne und das ärgert mich wirklich. Wir haben ihm zwei Äste abgeschnitten und zumindest ist er in diesem Jahr nicht ganz so stark von diesen komischen Milben betroffen. Doch es stört mich, dass er jedes Jahr blüht, aber eben keine Früchte bildet und dann die Blätter jedes Jahr aufs neue krank sind und wir es nicht wegbekommen. Erst hatte ich ja noch Hoffnung, aber diese schwindet momentan tatsächlich. Wir bleiben da am Ball.