Der Frühlingsgarten oder von Erfolgen und Misserfolgen

Noch bevor der Frühling so richtig da ist, juckt es mir bereits in den Fingern: Ich will in den Garten. Doch da ist im Februar ja kaum etwas zu machen, deshalb setze ich mich jedes Jahr zu Anfang des Gartenjahres an den Wohnzimmertisch und hole meine Gartenbücher und mein Gartentagebuch aus dem Schrank sowie den Kasten mit den Sämereien. Planung ist schließlich alles – auch wenn ich diese garantiert noch mindestens fünf Mal über den Haufen schmeiße während des Gartenjahres.

Planung für das Gartenjahr 2020

So war es auch in diesem Jahr. Mitte Februar fand man mich am Wohnzimmertisch in einem Chaos an Büchern, Sämereien und Zeitschriften. Meine aktuellen Lieblingsbücher sind allesamt aus dem GU Verlag: „Gärtnern mit dem Hochbeet“, „Selbstversorgt – Das Startprogramm für Einsteiger“ und das große grüne Gartenbuch von GU, welches ich schon lange besitze und einige Male verschenkt habe. Also eine absolute Empfehlung meinerseits (Werbung aus Überzeugung, ohne Gegenwert). Zudem wird der Familienrat einberufen und alle dürfen ihre Wünsche äußeren.

Der Familienrat hat sich dann folgende Gemüse- und Obstsorten für das Gartenjahr 2020 gewünscht:
– Erdbeeren
– Brokkoli
– Minigurken
– Aubergine
– Möhren
– Kartoffeln
– Tomaten
– Mais
– gelbe runde Zucchini
– Erbsen
– Salat
– Spinat

erste Aussaat

Der nächste Schritt besteht darin, dass ich nach guten und schlechten Nachbarn schaue, damit auch alle Pflanzen gut gedeihen und möglichst von Krankheiten und Schädlingen verschont bleiben.

Eigentlich sollte es jetzt los gehen, aber …

Dann kam der März und die Coronakrise begann. Wir blieben drinnen. Ich hatte eine Einkaufsliste für die fehlenden Sämereien geschrieben, doch die Lust für einen Einkauf verging mir. Doch wenn wir im Sommer etwas ernten wollten, dann muss ich im März anfangen mit den Vorkulturen. Ich hatte mir extra Listen geschrieben, die jetzt aber irgendwie schon wieder hinfällig waren. Durch Zufall sah ich einen Post von hauptstadtgarten.de und ihrem Shop auf Instagram, in dem Carolin neben ihrem Buch auch ausgewählte Samenboxen anbot. Wir wollten kleine Unternehmen jetzt in der Krise gerne unterstützen und nach Rücksprache mit dem Mann, habe ich dann das Schrebergarten Starter-Set und Wasserspinat und Friends bestellt. Plötzlich hatte ich viel mehr Auswahl als vorher gedacht und stand wieder vor der Qual der Wahl der Sorten für unser Gartenjahr.

Die ersten Blätter des Thaibasilikums

Jetzt aber endlich:
Das Gartenjahr kann beginnen!

Ende März haben wir es endlich geschafft die ersten Samen in die Erde zu bekommen. Wie schon fast jedes Jahr war ich relativ spät dran. Aber immerhin war der Garten bereits vorbereitet und fast alle Beete waren schon abgeerntet beziehungsweise durchgeharkt. Ausgesät haben wir dann:
– Radieschen
– Tagetes
– grüne Zucchini
– Hokkaido
– Schlangengurke
– Ringelblumen
– Cocktailtomaten
– Mais
– Salat „Maikönig“
– Kohlrabi „Superschmelz“
– Erbsen
– Thaibasilikum

Einiges wurde also durch anderes ersetzt. Ich habe meine Samentütchen nach dem ersten möglichen Aussaatmonat sortiert, um einen besseren Überblick zu haben und hoffentlich nichts zu vergessen. Wir haben auch nur begrenzten Platz auf unseren Fensterbänken, um ein Tablet mit den Vorkulturen zu stellen. Es heißt also immer sich entscheiden, ob jetzt oder später. Ihr kennt das bestimmt.

Gartenfail Number one

Zudem habe ich den Spinat „Matador“ direkt in den Tomatenbeetkübel gesät. Spinat als Vorkultur zu den Tomaten ist super und klappt im Normalfall sehr zuverlässig. Wer kann denn ahnen, dass die Sonne kräftig scheint, der Himmel wochenlang blau ist und der Regen sich versteckt hält? Die lazy Gärtnerin in mir nicht und die hat dann wohl auch vergessen den ausgesäten Spinat regelmäßig zu gießen. Unser erster Gartenfail im Gartenjahr 2020. In das Beet sind dann Ende April die vorkultivierten Erbsen gewandert. Denen war es aber wohl dann zu kalt und sie kümmerten wochenlang nur so vor sich hin. Jetzt habe ich nochmal einige Erbsen direkt nachgesät und langsam kommen auch die Vorgezogenen.

Blick ins „Tomatenbeet“ mit dem kaum aufgegangenen Spinat

Mittlerweile sind alle vorgezogenen Pflanzen im Beet. Jetzt nach den Eisheiligen, die es ja nochmal so richtig in sich hatten und dem Garten noch einige kalte Nächte beschert. Zu den Vorgezogenen kommen noch einige Tomatenpflanzen, Paprika und einige andere Pflanzen, davon berichte ich ein anderes Mal.

Blick ins frisch bepflanzte Hochbeet Ende April

Tipp für euch

Lasst euch nicht unterkriegen, wenn ihr gerade euer Gartenprojekt gestartet seid. Fangt klein an. Fragt beim Nachbarn nach oder bei lieben Freunden wie sie es gemacht haben. Zu unserer Situation: Wir haben einen kleinen Garten direkt am Haus, den wir als Küchengarten und als Rückzugsoase nutzen. Die wenigen Quadratmeter versuchen wir möglichst gut auszunutzen und die Bedürfnisse aller fünf Familienmitglieder möglichst dabei zu beachten. Nicht immer leicht kann ich euch sagen.
Wie ist das bei euch? Großer Garten, Schrebergarten, kleiner Stadtgarten oder Balkon? Gärtnern kann man (fast) überall.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.